Niko 10.01.2019 - 21:57

Aufbrowsend

von Niko

Heute mal ein Thema, an dem sich die Gemüter gern aufwärmen: Browser.

Chrome war seit einigen Jahren mein Browser der Wahl. Hauptgrund waren die Dev-Tools. Da ich beruflich regelmässig auch in anderen Browsern testen sollte, habe ich die anderen Großen auch nie ganz aus den Augen verloren, jedoch nie etwas gesehen, das mir besser gefallen hätte. Also von den Dev-Tools her.

Dann hat Chrome für gelupfte Augenbrauen gesorgt. Erst kamen Schlagzeilen über das Sync-Feature, das sich einem aufzwänge, oder dass Google-Cookies nicht mehr gelöscht würden. Ich drücke mich so vage aus, weil ich gar keine Lust hatte mich weiter damit zu beschäftigen, allein die Gerüchte reichten mir um das doof zu finden. Ausserdem sah er plötzlich anders aus. Mit super runden Ecken und so. Und dann kam mit einem Rechner-Wechsel Mac OS Mojave zu mir und mit kam der Dark Mode. Aber Chrome hatte keinen Dark Mode, während der Rest der gängigen Software in einer beeindruckenden Windeseile nachgezogen ist.

Das kam gefühlt alles recht kurz nacheinander, da hab' ich Lust bekommen eine Alternative zu finden. Was folgte war eine kleine Odyssey. Ich habe mehrere Browser ausprobiert, aber immer nur einen gleichzeitig, mit vollständiger Migration der Bookmarks, Such-Kürzel, Extensions, Tab-Sessions und bevorzugter Einstellungen.

Zunächst habe ich den Firefox ausprobiert. Es können keine zwei Wochen gewesen sein, da war ich wieder beim Chrome. Sorry Firefox, ich weiss nicht mal mehr warum. Vielleicht zu langsam, vielleicht hat irgendwas gefehlt. Ich fand' gut, dass man in den Dev-Tools eine Aufführung der Schriftarten bekam, aber die Rendering-Optionen aus dem Chrome fehlten glaube ich. Seit es sie gibt, brauche ich sie. Wäre ich vorher nicht im Traum drauf gekommen.

Ich glaube Opera kam nicht in Frage, auch weil irgendwas fehlte. Aber auch das hab' ich vergessen. Jedenfalls hat Opera bei mir immer einen Sympathie-Bonus, weil ihnen nachgesagt wird, den W3C-Standart am akuratesten einzuhalten. Also akurater als alle anderen Browser.

Dann hat mir ein Kollege Brave empfohlen. Das war schon ganz cool. Doch dann stiess ich kurz darauf zufällig auf Vivaldi. Der kommt von ehemaligen Opera-Entwicklern, wenn ich mich nicht irre. Und er ist voll bis Oberkante Unterlippe mit coolen Features. Allein mit der Konfiguration konnte ich mir schon einen halben Arbeitstag vertreiben. Richtig cool! Nach wenigen Tagen bin ich auch privat migriert. Tabs zu stacken und tilen hat mir echt gefallen.

Mein privater Rechner ist nicht brandneu, da ist mir aufgefallen, dass Vivaldi deutlich langsamer ist als andere, auch als Firefox möchte ich behaupten. Aber das hat angesichts der Features diesmal nicht gereicht um den Browser wieder abzuwählen. Jedenfalls nicht ganz. Denn dann ist er zum ersten mal abgeschmiert und hat sämtliche Tab-Sessions aller Fenster verloren oder vergessen. Es gibt zwar Extensions oder man macht mit irgendwelchen shellscripts und cronjobs selbst Backups von den Tab-Sessions, aber ich würde Linux nutzen wenn ich Lust hätte mir alles selbst zusammenzuflicken. ;) Wenn ich die Wahl habe finde ich "It just works" und "like magic" schon ganz wünschenswert, zumindest was die Stabilität eines Browsers angeht.

Also war ich eins zwei fix wieder bei Brave, den ich in der Zwischenzeit recht zufrieden auch auf meinem ebenfalls nicht mehr taufrischen Mobil-Telefon genutzt habe. (Es gibt mobil die Möglichkeit dauerhaft im Icognito-Modus zu sein.) Und jetzt nochmal kurz, was mir an Brave besonders gefällt, abgesehen davon dass es ein Clone vom Chrome ist und dementsprechend die gleichen Dev-Tools hat: Er ist schnell (unter anderem, weil er Werbung und Tracker blockt, was ihn auch privat macht), er hat einen Dark-Mode, und im Icognito-Modus ist er ein Tor-Browser! Also naja, er hat zwei Icognito-Modi, einen normalen und einen mit Tor. Mit "alt+cmd+n". Und "it just works". :)


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