Niko 15.10.2014 - 17:21

Bankwesen 2014

von Niko


Dem getriebenen Wesen in seiner Rastlosigkeit, seiner Arbeitswut und dem Durst nach Leistung, Pünktlichkeit und so weiter steht Eines besonders vielfach gegenüber. Eben hier und überall, kaum wegzudenken und in mannigfaltiger Erscheinung, läd die Sitzbank ausgerechnet zur Pause ein. Sie verspricht keinen Titel, aber Ruhe. Manchem gar ein Bett, oder den stillen Schritt zurück, um das Treiben allein zur Unterhaltung zu beobachten, ohne etwas beitragen zu müssen. Ganz schön gerissen, diese Bänke...

In diesem Sommer kam es, dass ich gleich drei Bänke bauen konnte, die auch noch recht unterschiedlich sind. Die erste Bank entspringt dem Augenmaß, umzingelt einen Nussbaum und einzig dem Geschwätz ist ihre abgewandte Haltung eher abträglich.

Nussbaumbank Gebundene Bank Balkonbank

Der Gedanke an gewissenhaftes Maß drängt sich bei der zweiten Bank kaum auf. Umgeknicktes Schonungsholz, oll und feucht, entrindet, entastet, nur vage auf Länge gebracht und dann das: Kein zünftiger Nagel und kein blinkendes Werkstück industrieller Befestigungskunst gewährt ihr Halt. Den braucht sie auch garnicht, denn das tun auch ein paar Strippen. Diese Bank hält zwei traute Sitzgefährten beieinander und wenn das Wetter und die Zeit es so wollen, vermag sie es doch, vielleicht ebenjene Sitzgefährten noch mit ein wenig flackernder Wärme zu verabschieden.

Die dritte Bank ist unentschieden. Meine Gedanken schlingerten zwischen alter S-Bahn und der Freiluft-Sitzkultur von Barcelonas Öffentlichkeit. Wohl wahr, dass diese Bank als einzige der Triade eine Werkstatt von innen gesehen hat. Lerche liess sich zu unserem Wohlgefallen hobeln, fräsen und verschrauben, um dem Balkon-Gast selbst im holz-ergrauten Alter noch das Sitzen zu erleichtern.


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