Frau D. 03.07.2013 - 13:13

QR-Code-Couchtisch

von Frau D.

Inspiriert durch den urdeutschen Fliesentisch, Mosaikfliesen im Baumarkt und den unbändigen Willen, meinen alten IKEA-Tisch zu ersetzen, entstand dieser Couchtisch aus Tischlerplatten und aus 677 weißen sowie 548 schwarzen Glasmosaikfliesen.

Es war einmal eine Zeit, in der es noch cool war, QR-Codes auf Plakate zu drucken und dem eifrigen Konsumenten mehr Content zu bieten, als auf eine gut dreieinhalb mal zweieinhalb Meter große Wand auf der anderen Seite der U-Bahn-Gleise passt. Die Tatsache, dass ich nie jemanden beim Scannen eines solchen Codes beobachten durfte, hätte mich desillusionieren können, mich daran erinnern, dass niemand unter meinen oft nicht übermäßig technikaffinen Gästen das Smartphone zücken und meinen Tisch fotografieren würde. Tun sie aber. Und scheitern. Anscheinend erlauben die üblichen Scan-Applikationen nur in Ausnahmefällen weiße Fugen mit einer Breite von etwa 2 mm - das Minimum, wie ich beim Testen der Spachtelmasse feststellen musste. Ich werde testen, ob eine Verbesserung eintritt, wenn mein morgendlicher Kaffee nach und nach die Fugenfarbe invertiert.

Nachdem mein Telefon dem Tisch aber zumindest einmal (unter kontrolliertem Wackeln und einiger Schmeichelei) die versteckte Botschaft entlocken konnte, spricht er treu und einladend zu mir und wispert: "Setz dich hin, nimm dir 'nen Keks!".

Wenn die untere Ebene für Magazine, Kerzen und Gedöhns doch nur immer welche hergeben würde...


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